Für den Antrag auf Einbürgerung von Lale Alatli

Eine von uns, Lale Alatli, eine geliebte Genossin, angesehene Schriftstellerin und Kolumnistin der Zeitung «I Kokkini», gehört zu den Tausenden von Einwander:innen, denen der griechische Staat die Verleihung der Staatsbürgerschaft grundsätzlich verweigert. Der dreiköpfige Staatsbürgerschaftsausschuss von Zentralmakedonien hat kürzlich ihren Antrag auf Einbürgerung, auf Grundlage eines Rundschreibens, dass das Gesetz und das völlig absurd rückwirkende Kriterium des Einkommens aus dem Jahr 2012 falsch interpretiert, abgelehnt! Eine Anforderung, mit illegaler rückwirkender Anwendung, die -insbesondere inmitten einer Wirtschaftskrise- von Einwohner:innen dieses Landes kaum erfüllt werden kann.

Wir stehen mit ganzem Herzen an der Seite von Lale Alatli.

Wir fordern die Verleihung der griechischen Staatsbürgerschaft und die Änderung der völlig ungerechten Gesetzgebung, die Tausenden von Menschen die in Griechenland leben, arbeiten und Steuern zahlen, die Möglichkeit und die Rechte der vollen Staatsbürgerschaft vorenthält.

* Hier können Sie unterschreiben, um die Einbürgerung von Lale Alatli zu unterstützen https://secure.avaaz.org/community_petitions/el/makes_borides_athanasios_mpalermpas_aitese_ithageneias_tes_lale_alatli/?rc=fb&fbclid=IwAR2kz0ficgWeleF4WiUAz-kwMSRbvVV8

Es folgen zwei Texte von Chloe Koutsoumbeli und der Thessaloniki Writers’ Society.

Chloe Koutsoumbeli schreibt:

Lale Alatli ist Absolventin der Fakultät für Philologie der Demokrit-Universität Thrakien. Sie besuchte Griechischkurse an der Schule für die Neugriechische Sprachen der Aristoteles-Universität Thessaloniki und erhielt ein Sprachprüfungszertifikat. Sie unterrichtete Griechisch an der Universität des 9. September in Izmir und an der Gildiz-Universität in Istanbul. Im Jahr 2010 kam sie nach Griechenland, wo sie im SPEAK-Nachhilfezentrum Türkisch unterrichtete. 2016 gründete sie ihr eigenes Unternehmen als Dolmetscherin, Übersetzerin und Lehrerin. Sie schreibt Gedichte, Kurzgeschichten und Essays auf Griechisch, die in griechischen, türkischen und zyprischen Literaturmagazinen veröffentlicht wurden. Sie hat Dutzende von Büchern aus dem Griechischen und Italienischen ins Türkische und umgekehrt übersetzt. Ein wichtiger Teil ihrer Übersetzungen betrifft Bücher zyprischer Schriftsteller:innen ins Türkische. Sie hat einen bedeutenden Beitrag zu kulturellen, humanitären und Umweltorganisationen in Griechenland und der Türkei geleistet.

UND DOCH WURDE ALL DIES LEIDER NICHT BERÜCKSICHTIGT. IHR ANTRAG AUF EINBÜRGERUNG WURDE VOM GRIECHISCHEN STAAT ABGELEHNT.

Die zu entscheidende Institution begründete ihre Entscheidung mit den jüngsten ministeriellen Erlassen und Rundschreiben, die vorschreiben, dass Antragsteller:innen über ein jährliches Einkommen verfügen müssen, unabhängig von Immobilien oder Bankguthaben. Die Entscheidung berücksichtigte ausschließlich diesen Aspekt und ignorierte alle anderen Voraussetzungen, die Lale erfüllt. Wenn Lale die griechische Staatsbürgerschaft nicht erhalten kann, welche Hoffnung haben dann andere mit weniger umfangreichen Qualifikationen? Wie ungerecht und verfassungswidrig sind diese ministeriellen Verfügungen? Kann ein Rundschreiben über einem Gesetz stehen, welches etwas anderes vorschreibt? Vor allem, wenn die Runderlass rückwirkend angewandt wird, d.h. das Einkommen von Ausländer:innen seit 2012 berücksichtigt wird, nicht aber die aktuelle finanzielle Lage? Und was bedeutet es für einen Staat, der sich nur auf das Jahreseinkommen einer Person konzentriert und alle anderen wichtigen Aspekte wie die effektive Integration in das Gastland, die soliden Sprachkenntnisse und den sozialen Beitrag außer Acht lässt?

Verteidigungsmechanismen verfolgen und grenzen Ausländer:innen weiterhin aus. Menschen, die seit Jahren in Griechenland leben, haben immer noch nicht die griechische Staatsbürgerschaft. Es werden Prüfungen mit lächerlichen oder sehr schwierigen Fragen abgehalten, die nur wenige Griech:innen beantworten könnten. Ministerialbeschlüsse und Runderlasse, die dreiköpfige Ausschüsse anweisen, Einbürgerungsgespräche zu streichen und die Bewerber:innen allein auf der Grundlage des Jahreseinkommens abzulehnen.

Welche Hoffnung hat Lale und haben alle Menschen wie Lale in einem ungastlichen und fremdenfeindlichen Staat? Und natürlich, welche Hoffnung haben wir alle?

Die Ankündigung des Schriftstellerverbands von Thessaloniki

Obwohl Lale Alatli seit fünfzehn Jahren ein Elite-Mitglied einer reichen literarischen Gemeinschaft in Griechenland ist, hat ein dreiköpfiger Staatsbürgerschaftsausschuss von Zentralmazedonien beschlossen, dass Lale nicht die griechische Staatsbürgerschaft erhalten kann.

Das trotz ihrer Ausbildung (unter anderem in Griechenland selbst) und ihrer Liebe zu Griechenland und der griechischen Sprache solch eine Entscheidung getroffen wurde ist unbegreiflich.

Als Gesellschaft der Schriftsteller:innen von Thessaloniki halten wir die Ablehnung des Antrags für völlig ungerecht, zumal Lale Alatli sowohl Absolventin einer griechischen Universität als auch Inhaberin eines Sprachzertifikats ist, voll in die griechische Gesellschaft integriert ist mit starken kulturellen und sozialen Verbindungen und Bücher aus dem Griechischen und ins Griechische übersetzt hat. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Essays, Gedichte und Kurzgeschichten in griechischen, türkischen und fremdsprachigen Literaturzeitschriften. Darüber hinaus hat sie an Literatur-Konferenzen und -Workshops teilgenommen und das kulturelle Leben in unserem Land allgemein gewürdigt und gefördert. Wir bitten darum, dass ihr Antrag erhört wird und dass sie die griechische Staatsbürgerschaft erhält, da unser Land und unsere Kultur von einer so hochkarätigen Person nur profitieren können. Lale verdient es, ein Heimatland zu haben, das sie mit offenen Armen aufnimmt…Lasst Sie uns gehören.  

*Übersetzt von A. Baustian und K. Boztepe

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